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Tarifvertrag ig metall völklingen

IndustriAll Europe begrüßt den am 6. Februar zwischen der IG Metall und Südwestmetall unterzeichneten Tarifvertrag. Das Abkommen steht an der Spitze der Tarifverhandlungen und ist ein positives Beispiel für die Sozialpartner nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Zudem sinken die Personalkosten in der Produktion stark, weil "die Arbeitszeit um drei Stunden pro Woche reduziert wird", so der Werksleiter. Rund 500 Mitarbeiter nahmen daran teil. Dies sei "ein Solidaritätspaket. Jeder verzichtet auf ein bisschen", sagte Lars Desgranges von der IG Metall. Nach den ursprünglichen Plänen wäre "jeder siebte Arbeitsplatz" verloren gegangen. Der Sozialplan und die Arbeitszeitverkürzung sollten bis Ende 2020 gelten. Dass die Arbeitnehmer neben dem normalen Urlaub acht zusätzliche freie Tage im Jahr erhielten, war auch ein Faktor für den Erhalt von Arbeitsplätzen - nach einer Regelung, die aus dem Tarifvertrag entlehnt wurde.

Dadurch sei der Bedarf an Arbeitskräften etwas höher, sagte Desgranges. Dass die Zahl der Entlassungen so stark reduziert werden könnte, ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft über einen Sozialplan und einen Tarifvertrag. Die Mitarbeiter wurden am Freitag auf einer Betriebsversammlung informiert. Insgesamt sollen derzeit rund 60 Stellen abgebaut werden. Neben den 15 entlassenen Mitarbeitern gibt es laut Speicher rund 45, die ein von Nemak angebotenes Freiwilligenprogramm angenommen haben. Zudem, so Speicher, verließen einige Mitarbeiter das Unternehmen programmunabhängig, so dass Nemak in Dillingen mittlerweile rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Arbeitszeit• Ab 2019 ein Recht für alle Vollzeitbeschäftigten mit mehr als 2 Jahren Betriebszugehörigkeit, ihre Wochenarbeitszeit für 6 bis 24 Monate auf 28 Stunden zu reduzieren. Nach Ablauf dieses Zeitraums haben die Arbeitskräfte das Recht, den Vorgang zu wiederholen. • Die vorübergehend reduzierte (28 Stunden) Wochenarbeitszeit wird auf 10 % der Erwerbsbevölkerung begrenzt. Beantragen mehr als 10 % der Arbeitnehmer eine Verkürzung der Arbeitszeit, Vorrang haben dann diejenigen, die Schichtarbeit, Pflege von Angehörigen oder kleinkinderfürsorge (bis 8 Jahre) leisten.• Die Arbeitgeber haben auch die Möglichkeit, Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Verträgen zu beschäftigen (derzeit auf 18 %/13 % aller Verträge je nach Tarifregion festgelegt), aber die Betriebsräte werden mehr und stärkere Widerspruchsrechte haben, wenn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 35,9 Wochenstunden über alle Arbeitnehmer hinausgeht. Die neue Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, die als Pilotvereinbarung für andere Tarifrunden in Deutschland gelten soll, ist ein positives politisches Signal für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Es zeigt, dass wir die Krisenzeit beenden und dass die Arbeitnehmer für ihre Rechte für einen fairen Anteil an der Erholung eintreten.

Die Vereinbarung zeigt auch, dass die "Flexibilität" am Arbeitsplatz nicht nur von den Arbeitgebern, sondern auch von den Arbeitnehmern festgelegt werden sollte. Es gibt drei Hauptausleinen aus der Vereinbarung, die sich auf Löhne, Arbeitszeit und den so genannten Tariflohnzuschlag beziehen. Über den wegweisenden Charakter des Tarifvertrags, den die IG Metall in Baden-Württemberg in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar nach 13-stündigen Verhandlungen geschlossen hat, wurde viel berichtet. In diesem Artikel skizzieren wir die wichtigsten Takeaways.